
CEO gibt an, dass das Fehlen zuverlässiger Ladestationen die Nachfrage nach EVs bremst; die Marke setzt den Lanzador aus und investiert wieder in Hybride.
Der CEO von Lamborghini, Stephan Winkelmann, deutete an, dass die Nachfrage nach Elektroautos der Marke hinter den Erwartungen zurückbleibt, was teilweise auf ein noch nicht ausreichend zuverlässiges Ladenetz zurückzuführen ist.
Im Februar kündigte der Hersteller die Aussetzung des Lanzador an, des 1.341 PS starken Elektro-Supersportwagens, der ursprünglich 2023 vorgestellt wurde. Das Fahrzeug, das für 2029 mit einem geschätzten Preis von rund 300.000 US-Dollar geplant war, veranlasste Lamborghini zu einer Kehrtwende hin zu Plug-in-Hybridmodellen.
Hinsichtlich der finanziellen Performance veröffentlichte Lamborghini Rekordzahlen für 2025 mit Auslieferungen: 10.747 verkaufte Fahrzeuge und einen Umsatz von 3,7 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro), ein Anstieg von 3,3% gegenüber dem Vorjahr. Der Betriebsgewinn sank auf 885 Millionen US-Dollar (768 Millionen Euro) gegenüber 962 Millionen US-Dollar (835 Millionen Euro) im Jahr 2024. Das Unternehmen führt den Rückgang auf die reduzierten EV-Pläne und Unsicherheiten bezüglich Zöllen und Wechselkursen in den USA zurück.
In einem Interview mit Fortune hob Winkelmann hervor, dass ein Teil der schwächelnden EV-Nachfrage auf die Infrastruktur zurückzuführen sei. „Es gibt viele Kunden, die gesagt haben – und ich habe mit vielen auf der ganzen Welt gesprochen –, dass sie in Bezug auf die Infrastruktur, die Ladezeit und die Reichweite ... sehr enttäuscht sind“, sagte er.
Branchenzahlen helfen bei der Einordnung: Die Europäische Union verfügt über etwa 910.000 öffentliche Ladepunkte, während Schätzungen darauf hindeuten, dass 3,5 Millionen für die Unterstützung der Dekarbonisierungsbemühungen notwendig wären – das sind nur 26% des Bedarfs. In den USA, dem größten Markt für Lamborghini, ist die Zuverlässigkeit der Stationen oft mangelhaft; Studien zeigen, dass das Aufladen mit nicht-privaten Geräten nur in 78% der Fälle funktioniert.
Neben den technischen Aspekten betonte Winkelmann den emotionalen Faktor. „Man kauft keinen Lamborghini, weil man ihn braucht, sondern weil man einen Kindheitstraum verwirklichen möchte“, fasste er zusammen und hob die Bedeutung von Klang, Vibrationen und der Präsenz eines Verbrennungsmotors für die Markenidentität hervor.
Das Luxus-Dilemma: EVs, Ingenieurskunst und das Marktverhalten
Die Luxusbranche hat Schwierigkeiten, einen wirklich herausragenden EV zu liefern. Im Jahr 2024 verschob Bentley seine Elektroziele auf 2035, während Porsche seine Elektrifizierungspläne reduzierte. Große Konzerne wie Stellantis und Ford verzeichneten große Verluste, als sie sich von rein elektrischen Projekten zurückzogen, was auf eine Neubewertung der Strategien im Premiumsegment hindeutet.
Analysten erinnern daran, dass es nicht einfach ist zu behaupten, dass es keine Nachfrage nach Hochleistungs-EVs gibt. „Es gibt Käufer, die leistungsstarke Elektrofahrzeuge wollen, vielleicht nicht so zahlreich wie erwartet, aber zu sagen, dass die Infrastruktur ein unüberwindbares Hindernis darstellt, ist nicht ganz zutreffend“, kommentierte Tom Narayan, Analyst bei RBC Capital, in Bezug auf andere Initiativen auf dem Markt.
Im internen Kontext des VW-Konzerns vermuten Experten, dass eine vollständige Elektrifizierung für Lamborghini nicht immer notwendig ist, da sich VW auf andere EV-Säulen konzentriert. Während Ferrari mit dem Luce als Teil eines unabhängigen Unternehmens voranschreitet, prüft Lamborghini unter Audi und dem VW-Portfolio weiterhin den besten Weg zwischen traditioneller Leistung und inkrementeller Elektrifizierung.
Letztendlich deutet die Erzählung darauf hin, dass der Erfolg von EVs im Luxussegment sowohl von der Technologie als auch vom wirtschaftlichen und kulturellen Kontext innerhalb des Portfolios jedes Herstellers abhängt.
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar: Glauben Sie, dass die Ladeinfrastruktur das Haupthindernis für elektrische SUVs und Supersportwagen ist, oder ist der emotionale/akustische Reiz immer noch die größte Herausforderung für Hochleistungskäufer?






